Mittwoch, 2. Januar 2013

Scherengelenke in RSTAB

In diesem Beitrag hier möchte ich einmal etwas näher auf eine Besonderheit von RSTAB eingehen, deren Sinn sich erst bei näherem Hinsehen erschließt.

Zur Veranschaulichung soll dieses einfache System dienen.
Die Stäbe 1 und 2 sollen als Durchlaufträger wirken. Der Durchlaufträger hat unterschiedliche Feldweiten, so dass am Knoten 2 eine Verdrehung um die Y-Achse auftritt. Diese führt zu einem Torsionsmoment in den Stäben 3 und 4. Das möchte ich aber vermeiden.

Man könnte jetzt eine kleine Hilfskonstruktion aus kleinen Stäben bauen. Es geht jedoch auch einfacher. An den Stäben X und Y einfach Scherengelenke definiert.


Damit ergibt sich der folgende Momentenverlauf:


Der Biegemomentenverlauf bleibt, das Torsionsmoment ist aber verschwunden.

Mit so wenig Aufwand kann das gewünschte Verhalten erreicht werden. Eine praktische Anwendung sind z. B. Pfetten, die über einen Rahmenriegel laufen. Die Durchlaufwirkung der Pfetten soll berücksichtigt werden. Die Einspannwirkung des Rahmenriegels an den Lagern des Durchlaufträgers sollen aber vernachlässigt werden. Dafür sind Scherengelenke die richtige Wahl.

Die Scherengelenke sind übrigens nur in RSTAB und nicht in RFEM möglich.